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Zelluloseflocken
Herstellung Zelluloseflocken werden aus Altpapier durch mechanische Zerkleinerung hergestellt und wird meist in Säcken ausgeliefert. Durch ein Mahlverfahren erhalten die Flocken dabei eine dreidimensionlae Struktur. Zur Verbesserung des Brandschutzes und als Schutz vor Schimmel werden ca. 12-20% Borsalze zugegeben.
Eigenschaften lose Schüttung, volumenbeständig, sicher vor Ungezieferfraß und Schimmel, nicht druckbelastbar
Zellulose-Flocken werden je nach Anwendung im Eiblasverfahren oder Sprühverfahren eingebracht.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.700-2.150 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   1-2
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar, B 1 schwerentflammbar
Rohdichte: 30-80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 50 kWh/m³
Anwendung Einblasdämmung für Hohlraüme
oder als Aufsprühung bei senkrechten Flächen
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise
oder
Bemerkungen Aus der Gruppe der ökologischen Dämmstoffe besitzt Zellulose bereits einen größeren Anteil im Dämmstoffmarkt.
Umweltaspekte + Recyclingrohstoff, bei Hertsellung wird wenig Energie benötigt, wiederverwendbar, deponiefähig
- bei Verarbeitung kann Feinstaub freigesetzt werden, der den MAK-Wert überschreitet, nicht kompostierbar (imprägniert)
Normen Für Wärmedämmstoffe aus Zellulosefasern gibt es keine deutsche Stoffnorm.

ASTM C 208:1995
Dämmplatten aus Zellulosefasern für Bau- und Dekorationszwecke
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Zellulosedämmstoffplatten
Herstellung Zellulosedämmstoffplatten werden aus Altpapier hergestellt. Die zerkleinerten Altpapierflocken werden mit Dampf behandel und zu Platten gepresst. Durch Wasserdampf werden die in der Zellulose vorhandenen Bindemittel (Ligninsulfonat, Tallharz) aktiviert. Zur Stabilisierung der Platten werden oft zusätzlich Fasern (z.B. Jutegarn) eingearbeitet. Zur Verbesserung des Brandschutzes werden ca. 12% Aluminiumsulfat und Borsalze (Borax, Borsäure) zugegeben.
Eigenschaften Die Dämmplatten sind sehr elastisch, jedoch nicht belastbar.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,040 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: ? J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:    
Baustoffklasse: B 2 normalentflammbar
Rohdichte: 80 kg/m³
Primärenergiegehalt: 80 kWh/m³
Anwendung Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerkonstruktionen Decke:
Bemerkungen die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt sind Beim Zuschneiden fasern die Platten stark aus.
Umweltaspekte + Recyclingmaterial als Ausgangsmaterial (Papier), deponiefähig, nicht kompostierbar
- Staubentwicklung bei Verarbeitung
Normen -
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Der in Deutschland führende organische Dämmstoff ist die Zellulose, die in USA und Skandinavien bereits Marktanteile von 25 bis 30 % erobert hat. Zellulosedämmstoffe werden in der Regel aus Altpapier, vor allem alten Tageszeitungen, hergestellt. Das Papier wird gemahlen oder in sehr feine Schnitzel geschnitten und mit Borsäure und -salzen als Brandhemmer, Insekten- und Pilzschutz vermischt. Vereinzelt wird auch Frischzellulose verwendet, die allerdings einen deutlich höheren Primärenergiegehalt hat. Die Zelluloseflocken werden in der Regel in trockene Hohlräume eingeblasen, wo sie sich in beliebigen Dämmstärken zu einem dichten Vlies verfilzen. Man kann sie auch feucht auf senkrechte Schalungen aufspritzen, erreicht dann aber nicht so große Dicken. Weil die Materialeigenschaften vom richtigen Einblasen abhängig sind, dürfen Zelluloseflocken nur durch lizensierte Fachbetriebe verarbeitet werden. Die Dämmstoffe sind diffusionsoffen, nach der Verarbeitung fugenlos, sehr gut wärmedämmend und sorptionsfähig, aber nicht druckfest. Sie zeigen ein günstiges Brandverhalten und sind zum Teil durch unbedenkliche Zusätze in die Brandschutzklasse B1 eingestuft, die ihnen in Deutschland ein breiteres Anwendungsfeld eröffnet. Zudem sind sie die preiswertesten unter den sogenannten Öko-Dämmstoffen. Allerdings haben sie auch einige gravierende Nachteile. So wird bei der Verarbeitung in erheblichem Umfang Staub freigesetzt, ein guter Staubschutz ist unerläßlich. Außerdem hat man beim Einblasen bis zu acht Millionen kritische organische Fasern pro Kubikmeter Raumluft gemessen. Die Bioabbaubarkeit dieser Fasern ist nach Untersuchungen im Auftrag eines Herstellers sogar geringer als bei Mineralfasern. Dennoch schließen unabhängige Experten ein vergleichbares Krebsrisiko wie bei Mineralfasern nach heutigem Kenntnisstand aus. Es liegen bis jetzt keine Hinweise vor, dass organische Fasern überhaupt ein krebserzeugendes Potential haben. Aus der Textil- oder auch Papierindustrie, in denen die Beschäftigten gleichfalls hohen Faserbelastungen ausgesetzt sind, sind keine entsprechenden Hinweise bekannt. Organische Fasern sind elastischer und neigen nicht wie mineralische Fasern zum Brechen und Splittern. Die Borate werden in unterschiedlichen Verfahren auf die Zelluloseflocken aufgebracht, etwa durch feuchtes Aufsprühen oder durch Hammermühlen, haften aber dennoch nur schlecht. Deshalb werden recht hohe Anteile von 18 bis 25 % der Masse zugesetzt. Wenn ein Holzhaus ausschließlich mit Zelluloseflocken gedämmt wurde, können fast eine Tonne Borate verbaut werden. Auch wenn Borsalze für die Gesundheit unbedenklich und nur in geringem Maß umweltschädlich sind, machen sie doch in diesen Mengen eine Kompostierung der Materialien unmöglich. Einige Hersteller setzen deshalb andere Salze als Flammhemmer und Pilzschutz ein, insbesondere Ammonium- und Aluminiumsalze. Zelluloseflocken werden auch als Platte angeboten, Markenname Homatherm. Dazu fixiert man sie mit einem natürlichem Bindemittel an einem Jutegewebe. Der Vorteil: Sie kann als genormter Baustoff von jedermann verarbeitet werden. Außerdem staubt sie kaum noch, ist preislich relativ günstig und eignet sich hervorragend für den Innenausbau. Im Dachbereich hingegen zeigt sie alle Nachteile einer Platte: Sie lässt sich nicht fugenlos zwischen die Sparren bringen. Außerdem ist sie relativ schwer zu schneiden und bröckelt leicht. Neuerdings gibt es für den Decken- und Wandbereich auch Schüttungen aus Zellulose, die eine Zulassung als Do-it-yourself-Produkt haben. Sie werden sowohl als Dämmung wie auch als Ausgleichsschüttung eingesetzt, weil sie mit unbedenklichen Bindemitteln zu festen Presslingen verarbeitet wurden.


Der typische Einsatzbereich einer Zellulose-Dämmung ist die Hohlraumfüllung. Dabei werden Zeitungsremittenden geschreddert und mit Borsalz behandelt, um die Zellulose schwer entflammbar zu machen. Zellulose-Platten bestehen zusätzlich aus Jute, das für eine größere Stabilität sorgt. Zellulose-Platten sind für die Dämmung von Wand, Dach und Decke vorgesehen. Sie lassen sich leicht verarbeiten, erreichen eine gute Wärmedämmung.


Zellulose - wird aus zerfasertem Altpapier unter Zugabe von etwa 15 Gew.-% Borsalzen hergestellt. Durch das gesundheitlich unbedenklich einzustufende Borsalz erhält das Rohmaterial einen Brandschutz (Brandschutzklasse 2: normal entflammbar). Gleichzeitig wirkt Borsalz gegen Schimmel und Schädlingsbefall. Zellulosedämmstoff ist wiederverwertbar und deponierfähig, allerdings nicht kompostierbar. Die Zellulose wird in die Dämmschalung eingeblasen. Dabei kommt es zu einer starken Staubentwicklung, weshalb geeignete Atemschutzgeräte getragen und Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt werden sollten. Daher sollte man hierzu eine Fachfirma beauftragen. Zellulosedämmstoff hat sehr gute Dämmeigenschaften (l -Wert: 0,045), ist preiswert, ökologisch sehr empfehlenswert und eignet sich besonders gut für den Leichtbau.

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