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Blähglimmer (Vermiculit)
Herstellung Vermiculit ist eine in der Natur vorkommendes, durch Verwitterung entstandenes Mineral (Glimmerschiefer) mit der chem. Formel (Mg,Ca,K,Fe11)3(Si,AL,Fe11)4O10(OH)2O4H2O. Das in der Natur vorkommende Rohvermikulit wird ohne Zusätze thermisch expandiert. Zwischen den Schichten seiner Blättchenstruktur ist Kristallwasser chemisch gebunden. Durch kurzes Verweilen inr spezieller Öfen wird das chemisch gebundene Wasser schockartig ausgetrieben, wobei das Vermikulit auf das 10- bis 35-fache seines Volumens aufgebläht wird.
Das geblähte Vermiculit ist meist als Granulat, teilweise auch als Platten erhältlich.
Weiterhin findet es Anwendung als Zuschlag für Putze und Farben.
Eigenschaften Vermiculit ist faserfrei, nichtbrennbar und besitzt einen hohen Feuerwiderstand von über 1.200 °C.
Der Dämmstoff besitz gute wärme- und schalldämmende Eigenschaften sowie stark hygroskope Fähigkeiten. Es gast nicht aus, ist geruchsneutral und gesundheitlich unbedenklich.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,060-0,070 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 850-1.050 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   3-4
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 60-180 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Decke: Schüttung
Wand: Kerndämmung
Leichtzuschlag für Mörtel, Putz etc.
Brandschutz
Bemerkungen  
Umweltaspekte + Vermikulit ist problemlos recycle- oder deponierbar
- bei Verarbeitung können eventuell gesundheitsschädliche Stäube entstehen. Lange Trans&uumlportwege aus Übersee. gelegentlich mit Bitumen oder Silikonen behandelt
Normen ASTM C 516:1980
Vermiculite für die Schüttisolierung
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Blähton
Herstellung Blähton wird aus granuliertem Rohtonmaterial bei Temperaturen von 1200°C im Drehrohrofen hergestellt. Dabei verbrennen die organischen Bestandteile, blähen sich auf und bilden feine Poren. Die Oberfläche versintert dabei. Teilweise werden auch blähfüördernde Stoffe zugesetzt. Blähton kommt als Schüttdämmung in den Handel oder wird als Leichtzuschlag verwendet.
Die Korngrößen variieren je nach Anwendungsfall zwischen 2 und 16 mm (rund oder gebrochen).
Eigenschaften Blähton besitz nur mäßige Wärmedämmeigenschaften. Die Wärmespeicherfähigkeit und die Schalldämmeigenschaften sind hingegen gut. Der Dämmstoff ist nichtbrennbar, frost- und feuchtebeständig, atmungsaktiv und besitzt eine hohe Festigkeit. Weiterhin ist Blähton verrottungsfest und Nagetiersicher.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,10-0,16 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.000 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   2-8
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 300-700 kg/m³
Primärenergiegehalt: 300-450 kWh/m³
Anwendung Decke: Schüttung
Leichtzuschlag für Mörtle, Beton, Mauerwerk
Bemerkungen Blähton wird meist als Zuschlagsstoff für wärmedämmendes Mauerwerk und Leichtbeton verwendet.
Umweltaspekte + nahezu unbegrenzte Rohstoffe und kurze Transportwege, die Schüttung ist wiederverwendbar und deponiefähig
- hoher Energieeinsatz beim Blähvorgang, teilweise Schweröle als Blähmittel
Normen Zulassungen

DIN EN 14063-1:2001-03 (Norm-Entwurf)
Wärmedämmstoffe für Gebäude - An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Blähton-Leichtzuschlagsstoffen - Teil 1: Spezifikation für die Schüttdämmstoffe vor dem Einbau

DIN EN 14063-2:2001-03 (Norm-Entwurf)
Wärmedämmstoffe für Gebäude - An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Blähton-Leichtzuschlagsstoffen - Teil 2: Spezifikation für die eingebauten Produkte

ÖNORM EN 14063-1 und 14063-2
Wärmedämmstoffe für Gebäude - An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Blähton-Leichtzuschlagsstoffen
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Naturbims
Herstellung Naturbims wird aus dem natürlichen Bims hergestellt. Als Zuschlag wird meist noch Blähperlit hinzugegeben. Der Dämmstoff wird als Schüttung ausgeliefert.
Eigenschaften Naturbims ist unverrottbar.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,060-0,080 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.000 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   4
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 175-285 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Decke: Schüttung
Bemerkungen Naturbims ist bisher wenig verbreitet und es gibt nur wenige Hersteller.
Umweltaspekte ?
Normen -
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Keramikfasern
Herstellung Keramikfasern werden auf der Basis von Aluminium- und Siliziumoxyd hergestellt. Die Fasern werden zu Matten und Wolle verarbeitet.
Eigenschaften Die langfaserigen Keramikfaserdämmstoffe sind reißfest, formreversibel, chemisch beständig und extrem temperaturbeständig (teilweise bis 1.600°C). Weiterin verkraften sie auch starke Temperaturschwankungen.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,030-0,070 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.040 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   ?
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 120-560 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Schall- und Wärmedämmung bei Industrieöfen, Kraftwerken, bei sehr hohen Temperaturen
Brandschutz
Bemerkungen Keramikfasern finden vor allem im Industriebereich Einsatz als Ersatz für Asbest.
Umweltaspekte + außreichend Rohstoffe vorhanden
- gesundheitlich problematische Fasern, hoher Energieaufwand bei der Herstellung
Normen -
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Hersteller  



Keramikschaum
Herstellung Kermamikschaum wird meist aus Aluminiumoxyd und schaumbildenen Bestandteilen hergestellt. Wird diese Mischung erhitzt, entsteht daraus eine Lösung, in der sich im Lösungsmittel Polymerketten ausbilden. Beginnt das Lösungsmittel zu sieden, so bilden sich winzige Bläschen, die im Kunststoffgerüst stabil eingeschlossen sind. Weiteres Erhitzen hinterlässt schließlich den Keramikschaum.
Keramikschaum
Eigenschaften Keramikschaum hat eine Porenanteil von über 96%.
Er ist faserfrei, nichtbrennbar und temperaturbeständig bis zu 1700 °C.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): ? W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: ?
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   ?
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: ? kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Thermische Isolierung und Schalldämmung im Industriebereich.
Bemerkungen Keramikschaum eignet sich auch für zahlreiche andere Anwendungen, z.B zur Adsorption von Umwelt-Schadstoffen.
Umweltaspekte + Beim Zerschlagen von Keramikschaum entstehen unschädliche Staubteilchen.
Normen -
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Hersteller Fraunhofer Institut Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe (LigaFill®)



Silikatschaum
Herstellung Silikatschaum wird aus Qarzmehl, Kalkhydrat, Zement, Wasser und Schäummittel hergestellt. Dem werden teilweise noch Hydrophobierungsmittel und organische Fasern zugegeben.
Eigenschaften Silikatschaum ist faserfrei, nichtbrennbar, verrottungsbeständig und ungezieferresistent. Weiterhin besitzt er eine hohe Volumenbeständigkeit.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,045-0,050 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.000 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   3-6
Baustoffklasse: A 1, A 2 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 90-140 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Wand: Außen- und Innendämmung, WDVS
Decke: Unterseitendämmung
Bemerkungen Silikatschaum ist ein relativ neuer Dämmstoff.
Umweltaspekte + downrecycling möglich, nahezu unbegrenzte Rohstoffe
- Staubentwickung möglich
Normen -
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Gipsschaum
Herstellung Gipsschaum wird aus dem Gips hergestellt, der bei Rauchgasentschwefelungsanlagen anfällt. Dem Gipsbrei werden organische Zusätze (u.a. Prepolymere und Flammschutzmittel)beigemischt, mit denen man die Eigenschaften beeinflussen kann.
Eigenschaften Gipsschaum besitzt gut schalldämmende Eigenschaften.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,045 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 1.000 J/(kgK)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   4-8
Baustoffklasse: ?
Rohdichte ρ: ? kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Raumakustik
Wärmeschutz
Bemerkungen Relativ neuer Baustoff mit bisher nur wenige Zulassungen.
Umweltaspekte + Gipsschaum ist Recyclingwerkstoff und ist selbt wieder recyclebar.
Normen -
weitere Infos Frauenhofer-Institut für Bauphysik IBP
Hersteller ?



pyrogene Kieselsäure (mikroporöse Dämmstoffe)
Herstellung Der mikroporöse Dämmstoff wird nach patentierten Verfahren aus pyrogener Kieselsäure meist in Verbindung mit einem Stabilisator hergestellt.
Mirkoporöse Kieselsäure wird meist als Hinterdämmung verwendet (z.B. Sandwichelement oder mit Kaschierung).
Eigenschaften Die Porengrößen des Dämmstoffes sind im Nanobereich, kleiner als die mittlere freie Weglänge der Luftmoleküle, was die ausgezeichneten Dämmeigenschaften bewirkt. Mikroporöse Kieselsäure besitzt eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit, die sich insbesondere bei hohen Temperaturen nur wenig erhöht. Sie besitzt eine hohe thermische Stabilität, ist nichtbrennbar und ist chemisch resistent (Säuren, Alkalien, Abgase). Mikroporöse Kieselsäure ist frei von organischen Bindemitteln, staubfrei und physiologisch unbedenklich. Weiterhin ist sie formstabil und läßt sich gut bearbeiten.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,020 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: ?
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   ?
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 150-200 kg/m³
Anwendung Hochisolation
Vakuumisolation
Brandschutz
Bemerkungen -
Umweltaspekte ?
Normen -
   
   



Aerogel (mikroporöse Dämmstoffe)
Herstellung Bereits um 1910 wurde eine Theorie entwickelt, die zur Herstellung von Dämmstoffen mit geringeren Wärmeleitfähigkeiten als ruhende Gase dient.
Aerogele werden seit etwa 1940 hergestellt. Bei der Herstellung Aerogel wird eine Flüssigkeit geliert und das Gel anschließend getrocknet. Durch dieses "Sol-Gel-Verfahren" entstehen die Nanoporen, die derzeit bis hinab auf Porengrößen von fünf Millionstel Millimetern.
Die Eigenschaften des Aerogels werden entscheident durch die Auswahl der Ausgangsstoffe beeinflußt. Es wird vorwiegend aus Silikaten hergestellt (SiO2).
Eigenschaften Ein Aerogel ist ein extrem leichter, hochporöser Dämmstoff. Er ist extrem hitzebeständig (bis ca. 2000°C) und verändert seine gute Dämmeigenschaft auch bei Druckunterschieden nur geringfügig.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ: 0,020 W/(mK)
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 50-100 kg/m³
Anwendung Hochleistungswärmedämmung (HLWD)
Vakuumdämmung
Raumfahrt
Bemerkungen Seit einiger Zeit werden auch Kohlenstoff-Aerogele hergestellt, die durch ihre schwarze Farbe zusätzlich auch elektromagnetische Strahlen absorbieren.
Die intensive Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Aerogele begann erst in den letzten Jahren.
Umweltaspekte -
   
Hersteller ?



Wärmedämmziegel
Herstellung Durch die ständige Verbesserung der wärmedämmenden Eigenschaften von Leichtziegeln, dringen diese mittlerweile in den Bereich der Dämmstoffe vor.
Einige Hersteller bieten bereits Ziegel an, die eine Wärmeleitfähigkeit von unter 0,1 W/(mK) besitzen.
Das Mauerwerk wird entweder mit Leichtmauermörtel LM 21 oder alss Planmauerwerk im Dünnbett hergestellt.
Eigenschaften Ziegelmauerwerk hat verglichen mit Dämmstoffen nur ein mäßiges Wärmedämmvermögen. Ziegel besitzen eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und wirken feuchteregulierend. Sie sind weiterhin frost- und feuchtebeständig und besitzten eine hohe Festigkeit.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,090-0,140 W/(mK)
spez. Wärmespeicherkapazität c: ?
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   5-10
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 500-750 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Außenwand: monolithisches Mauerwerk
Bemerkungen -
Umweltaspekte + ausreichend einheimische Rohstoffe
- hoher Energieaufwand bei der Herstellung
Normen Die Herstellung von hochwärmegedämmten Leichtziegeln wird durch bauaufsichtliche Zulassungen geregelt.
   
   
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