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Mineralwolle (MW)
Beschreibung Mineralfaserdämmstoffe sind in Europa die am weitesten verbreiteten Dämmprodukte mit einem breiten Anwendungsspektrum von der Dachdämmung, Kerndämmung, Zwischenständerdämmung, bis zu verputzten Wärmedämm-Vervundystemen.
Künstliche Mineralfasern werden durch Schmelzen des mineralischen Ausgangsmaterials und anschließendes Zentrifugieren, Zerblasen oder Düsenziehen hergestellt. Als Ausgangsmaterial dienen entweder Altglas bzw. Glasrohstoffe wie Quarzsand für die Herstellung von Glaswolle, oder aber Basalt- oder Diabas-Gestein für die Herstellung von Steinwolle.
Mineralische Faserdämmstoffe werden werksmäßig in kontinuierlichen Verfahren und in der Regel in Lieferdicke hergestellt.
Die Dämmstoffe enthalten über 90% künstliche Mineralfasern (KMF), Kunstharz (aus Phenol, Harnstoff und Formaldehyd), Öle und weitere Zusätze.
Durch die Variabilität der Rohstoffe und Zusatzstoffe sowie auch durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren ergiebt sich eine breite Palette von Mineralfaserdämmstoffen:



Glaswolle
Herstellung Bei der Herstellung von Glasfasern werden die aus der Glasindustrie bekannten Grundstoffe Quarzsand, Soda und Kalkstein eingesetzt. Den Rohstoffen wird zwischen 60 und 70% Altglas zugegeben. Die Schmelze wird zu Fasern geschleudert. Dem Dämmstoff werden bis zu 7% Kunstharze als Binder zugegeben, um die Formstabilität zu gewährleiten. Anschlißend wird der Mineralwolle-Dämmstoff im Heißluftstrom ausgehärtet, wobei flüchtige Bestandteile (Phenol, Formaldehyd) entfernt werden. Zurück bleibt das ausgehärtete Kunstharz (z.B. Bakelit).
Als weitere Zusätze können Öle, die den Staubanteil verringern, und wasserabweisende Stoffe enthalten sein.
Eigenschaften Glaswolle ist leicht zu verarbeiten und vielseitig einsetzbar. Sie ist diffusionsoffen, nichtbennbar und gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer resistent. Glaswolle besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit, jedoch geringe Wärmespeicherfähigkeit, kann keine Feuchtigkeit aufnehmen und die Dämmfähigkeit wird durch Feuchte stark herabgesetzt.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,035-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 840-1.000 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   1-2
Baustoffklasse: A 2 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 20-153 kg/m³
Primärenergiegehalt: 250-500 kWh/m³
Anwendung Dach: Zwischensparren- und Aufsparrendämmung
Decke: Trittschalldämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
vielseitig einsetzbarer Dämmstoff
Bemerkungen Die heute hergestellten Glasfasern sind frei von Krebsverdacht. Glaswolle, die vor 1996 eingebaut wurde, wird als krebsverdächtig eingestuft.
Bereits 1972 wurden erstmals Nachweise veröffentlicht, dass künstliche Mineralfasern für den Menschen gesundheitsschädigend sein könnten.
Seit 1998 sind in Deutschland nur noch Mineralfaserdämmstoffe zugelassen, die nicht krebsverdächtig sind (Biolöslickeit, KI 40).
1994 wurde dazu vom Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Bewertungsschema vorgeschlagen. Danach entscheidet die Beständigkeit der Fasern im menschlichen Körper über die Gefährlichkeit, d.h. je schneller sie sich in der Lunge auflösen, desto geringer ist die Gefahr von Schäden. Entscheidend für diese Biolöslichkeit sind die Anteile bestimmter Mineralien, aus denen ein sogenannter "Kanzerogenitätsindex" (KI) errechnet wird. Empfohlen wird ein KI von mindestens 40. Liegt der Wert über 40, gelten die Fasern als nicht als krebserzeugend.
Die Halbwertszeit bei neuen KI 40-Produkten beträgt meist weniger als 20 Tage. Bei alten Glasfasern beträgt die Halbwertszeit etwa 150 bis 200 Tage.
Im Vergleich dazu ist die Biobeständigkeit (Biopersistenz) von Asbest über 100 Jahre, wobei die Asbestfasern auch noch in Ihrer Struktur extrem gefährlich sind (Längsaufspaltung).
Seit dem 01.06.2000 gilt die "Verbotsordnung". Sie beinhaltet das Verbot des Inverkehrbringens, der Herstellung und der Verwendung von biopersistenten (biobeständigen) künstlichen Mineralfasern für die Wärme- und Schalldämmung im Hochbau und für die technische Isolierung.
Umweltaspekte + ausreichende Rohstoffe und kurze Transportwege, teilweise recyclingbar, deponiefähig
- energieintensive Herstellung, organische Zusatzstoffe, Entstehung von Faserstäuben bei der Verarbeitung, nicht kompostierbar
Normen DIN EN 13162:2001-10
Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation; Deutsche Fassung EN 13162:2001

DIN 18 165 Teil 1
Faserdämmstoffe für das Bauwesen; Dämmstoffe für die Wärmedämmung

DIN 18 165 Teil 2
Faserdämmstoffe für das Bauwesen; Dämmstoffe für die Trittschalldämmung

DIN EN 14303:2002-03 (Norm-Entwurf)
Wärmedämmstoffe für die Haustechnik und für betriebstechnische Anlagen - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation; Deutsche Fassung prEN 14303:2002

ÖNORM EN 13162
Wärmedämmstoffe fuer Gebäude - Werkmässig hergestellte Produkte aus Mineralwolle
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Steinwolle
Herstellung Die Herstellung von Steinwolle ist ähnlich der von Glaswolle. Steinfasern werden hauptsächlich aus Basalt, Diabas, Feldspat, Dolomit, Sand, Kalkstein und Altglas. oder Basalt, Diabas und Recycling-Formsteinen hergestellt. Die Schmelze wird zu Fasern geschleudert.
Den Steinwolle-Fasern können, wie bei Glaswolle, Kunstharze, Öle und wasserabweisende Stoffe zugegeben werden.
Eigenschaften Steinwolle ist leicht zu verarbeiten und vielseitig einsetzbar. Sie ist diffusionsoffen, nichtbennbar und besitzt meist einen höheren Schmelzpunkt als Glaswolle (>1000°C). Steinwollefasern sind gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer resistent. Steinwolle besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit, eine geringe Wärmespeicherfähigkeit und kann keine Feuchtigkeit aufnehmen.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,035-0,045 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 840 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   1-2
Baustoffklasse: A 1, A 2 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 22-200 kg/m³
Primärenergiegehalt: 150-400 kWh/m³
Anwendung Dach: Zwischensparren- und Aufsparrendämmung
Decke: Trittschalldämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
Brandschutz
Bemerkungen Die heute hergestellten Mineralfasern sind frei von Krebsverdacht. Steinwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, gilt als krebsverdächtig (siehe auch Glaswolle).
Seit 1998 dürfen nur noch biolösliche Fasern eingesetzt werden, die als nicht krebsverdächtig gelten. Die inzwischen aufgehobene KI 40-Vorschrift wurde von Steinwolle-Produkten aufgrund des hohen Aluminiumgehaltes i.d.R. nicht erreicht. Neuere Produkte, die als "biolöslich" gekennzeichnet sind, besitzten eine Halbwertszeit von etwa 60 Tagen. Alte Steinwolle-Fasern besitzen bei der Biobeständikeit (Biopersistenz) eine Halbwertszeit von ca. 300 Tagen.
Umweltaspekte + ausreichende Rohstoffe, deponiefähig
- energieintensive Herstellung, organische Zusatzstoffe, Entstehung von Faserstäuben, begrenzt recyclebar, nicht kompostierbar
Normen DIN EN 13162:2001-10
Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation; Deutsche Fassung EN 13162:2001

DIN 18 165 Teil 1 (Juli 1991)
Faserdämmstoffe für das Bauwesen; Dämmstoffe für die Wärmedämmung

DIN 18 165 Teil 2 (März 1987)
Faserdämmstoffe für das Bauwesen; Dämmstoffe für die Trittschalldämmung

ÖNORM EN 13162
Wärmedämmstoffe fuer Gebäude - Werkmässig hergestellte Produkte aus Mineralwolle - Spezifikation
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Hersteller  



Schlackenwolle
Herstellung Schlackenwolle gehört zu den Mineralfaser-Dämmstoffen und wird aus Schlacke hergestellt, die als Abfallprodukt bei Verbrennungsprozessen anfällt. Die modifizierte Hochofenschlacke wird zu künstlichen Mineralfasern gesponnen und gebunden. Weiterhin können verschiedene Inhaltsstoffe, z.B. Schwermetalle, enthalten sein. Je nach Anwendung werden verschiedene, für Stopfwolle z.B. extrem lange, Fasern hergestellt.
Durch bestimmte Herstellungsverfahren kann auch Schlackenwolle mit einem alkalischem Schot-Anteil (Schmelzperlen) hergestellt werden, die u.a. als Zuschlagsstoff für bremsscheiben Verwendung finden.
Eigenschaften Die Eigenschaften von Schlackenwolle-Dämmstoffen sind mit denen von anderen Mineralfaser-Produkten vergleichbar. Schlackenwolle ist nichtbrennbar, besitzt gut Wärmedämmeigenschaften, schallabsorbierend, ist wasserunlöslich und elastisch. Schlackenwolle besteht aus ca. 40% SiO2, 38% CaO und 15% Al2O3.
Kennwerte
Wärmeleitfähigkeit λ(R): 0,035-0,040 W/(m·K)
spez. Wärmespeicherkapazität c: 840-1.000 J/(kg·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ:   1-2
Baustoffklasse: A 1 nichtbrennbar
Rohdichte ρ: 80-220 kg/m³
Primärenergiegehalt: ? kWh/m³
Anwendung Schlackenwolle wird nur noch begrenzt eingesetzt
Anlagenbau
Behälterbau
Stopfisolierungen
Bemerkungen Arbeitsplatzgrenzwerte:
TLV: 10 mg/m³ (TWA) (ACGIH 1996/97)
MAK: Klasse III Kat.3 (1998)
Umweltaspekte + aus Abfallprodukt hergestellt, deponiefähig
- schwermetallhaltig, ggf. unkekannte Inhaltsstoffe, krebsverdächtige Fasern
Normen -
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